Schulausflug uff de Betze

Dieser Bericht stammt aus der UdH Ausgabe #255:

Beim Heimspiel gegen die SV Elversberg konnten wir einmal mehr im Rahmen einer sozialen Aktion Kindern aus der Umgebung einen Spielbesuch beim FCK ermöglichen. Über eine Person aus unserer Gruppe konnte Kontakt zu einer Grundschulklasse aus dem Raum Kaiserslautern hergestellt werden. Was die Kinder und auch die Eltern sowie die Lehrkräfte bei diesem Spiel erlebt haben, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen. Dankenswerterweise hat uns der Klassenlehrer einige Worte zukommen lassen, die sehr gut beschreiben, wie dieser Tag für alle Beteiligten ablief. Vielen Dank dafür!

Liebe Betze-Supporter,
ich bin Holger und Lehrer einer zweiten Klasse im Landkreis Kaiserslautern. Selbst habe ich seit vielen Jahren eine DK in 8.1 und habe mit dem FCK schon viel erlebt. „Meine“ Schulkids sind glühende Anhänger unseres FCK und wünschten sich sehnsüchtig, dass wir gemeinsam ein Spiel besuchen. Leider konnte uns der FCK nicht dabei helfen, viele Karten zusammenhängend kaufen zu können. Aber durch die Mutter eines Schülers kam ich in Kontakt mit einem Mitglied von FY – von der Mitgliedschaft erfuhr ich jedoch erst später.
Nach ein paar tollen Telefonaten war klar: Zum Heimspiel gegen Elversberg bekommen wir die gewünschte Anzahl an Karten über den Kontakt bei FY. Es klappte alles unproblematisch und ich bekam die Karten persönlich an der Schule überreicht. Die Kids meiner Klasse konnten sogar noch Geschwisterkinder mitnehmen, sodass wir am Ende mit 27 Kindern und jeweils Begleitpersonen fast 50 Leute waren!
Schon damals stellte das FY-Mitglied in Aussicht, dass sich für die Kids noch was überlegt wird. Genaueres würde ein Treffen im Januar ergeben. Und was für sensationelle Gedanken sich die FY gemacht hat, ist kaum zu glauben: JEDES Kind erhielt eine „Westkurve“-Tasche, prall gefüllt mit FCK-Stickern. Die Kids waren darüber mega stolz und haben sich unendlich gefreut. Aber damit nicht genug. Jedes Kind wurde von der FY im Nachhinein eingeladen. Da wir das Geld vorab schon bezahlt hatten, bekamen wir also einen beträchtlichen Betrag zurück, der in unserer Klassenkasse noch viele tolle Dinge ermöglichen wird. Am Spieltag selbst erhielt jedes Kind im Stadion eine Jubiläums-Choreo-Fahne. Diese wurden während des Spiels rege benutzt und an unserem Support hat es nicht gelegen.
Aber der Reihe nach: Am Spieltag selbst trafen wir uns am Bahnhof, um mit dem Zug nach KL anzureisen. Natürlich hatte der Zug Verspätung, weshalb wir 40 Minuten später als geplant den Betze erklimmen konnten. Der Marsch nuff war schon das erste Highlight und die FCK-Gesänge aus unserer FCK-Gesänge aus unserer Gruppe animierten die anderen Betzefans.

Leider war der Einlass am Werner Kohlmeyer Tor eine absolute Katastrophe und von den Beschäftigten dort, die an Lackschuhen keine gute Figur abgaben, war leider nichts zu erwarten. Selbst der Hinweis, dass im Stadion Vertreter der FY mitsamt Fotografin auf uns warten und ein Erinnerungsfoto gemacht werden soll, konnte niemanden überzeugen, Grundschulkids schneller „abzuwickeln“. Das Chaos am Einlass und die Verspätung des Zuges führten leider dazu, dass wir zwar pünktlich zum Anpfiff im Block waren. Betzelied und Palzlied konnten wir aber nur auf dem Weg zum Block mitsingen. Aber die Augen der Kinder, die das ersten Mal das Fritz-Walter-Stadion betraten, entschädigte für so einiges. Staunen, Ungläubigkeit und die Gewissheit, hier etwas Besonderes zu erleben, waren gepaart mit absoluter Begeisterung für unseren Betze. Viele Kinder waren das erste Mal uffm Betze, vor allem in Kombination mit Mama/Papa und Geschwistern. Das zu erleben, war wirklich grandios und wir werden das eurer Gruppe
niemals vergessen.

Das Spiel an sich ist schnell erzählt: Wir sahen eine dürftige Leistung unseres FCK und einen Gästeblock, der ausschließlich geklaute/abgewandelte FCK-Schlachtrufe benutzte. In der Halbzeit wurde glücklicherweise unser Stadiongruß gezeigt, was die Kids sehr cool fanden. Wir hatten im Vorfeld auch ein Tippspiel gemacht, aber da natürlich niemand gegen den FCK getippt hat, wurde der Jackpot nicht geknackt.
Gegen Ende des Spiels kam es auch zu Rufen der FCKler in Richtung Gäste, weshalb ich montags in der Schule erstmal erklären musste, was „Uhrensöhne“ sind.

Tatsächlich hatten wir im Unterricht eine kleine „Choreo“ gebastelt, die wir in Minute 30 zeigen durften. Die Umsetzung war sicher ausbaufähig, aber die Kids waren mehr als stolz und die Choreo hängt inzwischen im Schulflur und erinnert uns jeden Tag an das sensationelle Erlebnis.
Die Kids zeigten übrigens beste FCK-Qualitäten: Selbst bei so einem enttäuschenden Spiel supporteten sie das gesamte Spiel und ließen erkennen, wie wichtig jeder einzelne Fan – ob groß, klein, alt, jung, Ultra oder Normalo – für den FCK ist. Der Nachwuchs von meiner Seite ist jedenfalls gesichert.

Nach dem Spiel reisten wir mit dem Zug wieder ab und die glücklichen Kids waren immer noch mehr als on fire. Vielen Dank an alle von FY! Ohne euch und eure Hilfe wäre dieser Ausflug niemals Zustande gekommen. Euer Einsatz war mehr als bemerkenswert, die Hilfe und Fürsorge alles andere als selbstverständlich und ihr habt mal wieder bewiesen: Die Werte, die ihr durch eure Aktionen weitertragt, sind wertvoll und auch das, wofür der FCK steht. Respekt, Kameradschaft und Zusammenhalt wurden durch euren Einsatz gelebt und ihr habt viele Kinder sehr sehr glücklich gemacht. Alleine durch euch die Möglichkeit des gemeinsamen Besuchs zu bekommen, war irre. Dazu noch die Goodies, Aufmerksamkeiten und Geschenke mal wieder der Beweis, wie gut, richtig und wichtig eure Aktionen sind!
DANKE!

Transparenzoffensive zur Überarbeitung der SV-Richtlinien

Vor rund zwei Wochen meldeten wir, die Fanszenen Deutschlands, uns bereits mit einer Stellungnahme bezüglich der in Hinterzimmern des DFB erarbeiteten neuen Stadionverbots-Richtlinie. Seitdem herrscht vor allem eins: Stille.

Zwar hat die DFL erstaunlich schnell – bereits am Freitag der Veröffentlichung unserer Stellungnahme – mit einem internen Schreiben an die Vereine reagiert. Die große Chance, nun endlich mit offenen Karten zu spielen, wurde jedoch abermals vertan.

Nun ist es für uns nichts Neues, dass wir Fans in Entscheidungen oder Prozesse der DFL nicht eingebunden werden. Dass allerdings selbst Vereine – teilweise gänzlich – außen vor gelassen werden, ist durchaus verwunderlich.

Das besagte Schreiben der DFL verbreitet dabei auch ganz bewusst Lügen. So ist beispielsweise die Rede davon, die Vereine „umfassend über mögliche Änderungen“ informiert zu haben. Tatsächlich sind allerdings kritische Vereinsvertreter mit irreführenden Falschaussagen aufs Glatteis geführt und kaltgestellt worden. Auch eine erwähnte Videokonferenz fand lediglich im Monologform statt, ohne die Chance auf Rückfragen.

Im Gegensatz zur DFL haben wir die vergangenen Tage genutzt und sind mit unseren Vereinen ins Gespräch gegangen. Die Erkenntnis daraus: Bis heute wissen die Vereine über die geplanten Veränderungen in der SV-Richtlinie nicht oder bestenfalls nur rudimentär Bescheid! Da passt es ins Bild, dass auch im Rahmen der Regionalkonferenzen in der Woche vom 16. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt Informationen zur Überarbeitung der Stadionverbots-Richtlinien Fehlanzeige blieben.

Nun ist es natürlich schwierig, über Sachen zu urteilen, deren Inhalt man nicht kennt. Die DFL spricht gerne von „Transparenz“ – doch versagt dann gleich im ersten Schritt, diese zu schaffen.

Als transparenzliebende Fans sehen wir uns somit in der Pflicht, nun unsererseits mit einer Transparenzoffensive Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wir wissen ganz genau Bescheid, welche Maßnahmen geplant sind.

Daher möchten wir im Folgenden Paragraphen aus dem Entwurfspapier der DFL zitieren:

• §2 (3) beschreibt die Errichtung einer Stelle, welche dazu ermächtigt und verpflichtet wird, entsprechende Entscheidungen im Zusammenhang mit Stadionverboten zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. Tätig werden soll diese sogenannte „Fachaufsicht“ selbstständig, auf Antrag einer lokalen SV-Kommission oder auf Antrag der Polizei oder anderer Strafverfolgungsbehörden.Die zentrale Fachaufsicht ist gemäß des Abschnitts b) weisungsbefugt gegenüber den lokalen Stadionverbots-Kommissionen. Bei Nicht-Einhaltung einer Weisung kann die Fachaufsicht die entsprechenden Maßnahmen treffen.

Es lässt sich also festhalten: Sollte dieser Paragraph so umgesetzt werden, werden die lokalen Stadionverbots-Kommissionen de facto zum Papiertiger. Spätestens wenn der Polizei die Möglichkeit gegeben wird, per Antrag die Fachaufsicht einzuschalten, verlieren die lokalen Kommissionen ihre Bedeutung!

• §5 (vormals §4) (3) legt fest, dass ein Stadionverbot auszusprechen ist, wenn die Stadionverbotskommission (lokal oder zentral) Kenntnis von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Strafverfolgungsbehörden erlangt. Zwar ist die Rede von der „Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls“, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass hiermit die Vergabe von Stadionverboten nach dem Gießkannen-Prinzip ermöglicht wird. Denn bei Nicht-Erteilung eines Stadionverbots, etwa weil die lokale Stadionverbots-Kommission den Fortgang des Ermittlungsverfahrens oder den Ausgang des etwaigen, folgenden Gerichtsverfahrens abwarten möchte, kann die Polizei die Fachaufsicht anrufen und diese zieht dann die Aussprache der Stadionverbote an sich. Dass Ermittlungsverfahren eingestellt werden oder in Freisprüchen enden können, interessiert Verbände, Politik und Polizei bei der „Präventivmaßnahme“ Stadionverbot nicht.

• §5 (vormals §4) (4) besagt zudem, dass Stadionverbote sogar ausgesprochen werden können, ohne dass ein Ermittlungs- oder sonstiges Verfahren eingeleitet wurde. Hierfür sollen künftig Ingewahrsamnahmen oder Aufenthaltsverbote ausreichen. Im Kontext der vergangenen Wochen, in denen vermehrt Fanszenen aus fadenscheinigen Gründen an ihrer Auswärtsreise gehindert wurden, würde dieser Paragraph das Tor für den Ausschluss großer Fangruppen öffnen. Und eins ist sicher: Sobald der Polizei dieser Hebel in die Hand gelegt wird, wird sie ihn auch nutzen!

Dies sind nur kurze Auszüge aus dem insgesamt 9 Seiten langen Dokument. Wir möchten diese aber mit unserer Stellungnahme öffentlich machen, um aufzuzeigen, was sich hinter verschlossenen Türen zusammenbraut. In Kraft treten sollen diese Maßnahmen bereits zum 1. Juli 2026, was einen ambitionierten Zeitplan bei zugleich herrschender Intransparenz bedeutet.

Da wir den Glauben an eine diskussionsorientierte Lösung bei DFL, DFB und Politik schon längst verloren haben, nehmen wir daher unsere Vereine in die Pflicht, sich diesen geplanten Maßnahmen entschieden und mit allen Mitteln entgegenzustellen!

Die Fanszenen Deutschlands im März 2026

Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!

Hallo Fußballfans,

die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Verbände derzeit heimlich, still und leise eine deutliche Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien anstreben.

In einem wiederholt intransparenten Prozess arbeiten Juristen der Verbände und deren Sicherheitsfunktionäre unter punktueller Einbeziehung einzelner Vereine offenbar daran, umfassende Änderungen an den derzeit gültigen Richtlinien umzusetzen.

Es ist zu befürchten, dass dort all jene Themen zur Debatte stehen, die schon im Rahmen der Innenministerkonferenz an die Öffentlichkeit gedrungen sind: Eine zentrale Stadionverbotskommission mit Weisungsrecht gegenüber den Vereinen und andere weitreichende Verschärfungen gegenüber dem Status Quo.

So waren etwa zwei Kernforderungen aus der IMK, „Soll-Bestimmungen“ in „Ist-Bestimmungen“ umzuwandeln und Stadionverbote für eine Mindestdauer festzusetzen, was vielerorts auf große Kritik gestoßen ist. Aufgrund des Schweigens der Verbände ist nicht ausschließen, dass diese Damoklesschwerter weiterhin über deutschen Fans schweben. Das gerne als Präventionsmaßnahme verkaufte Konzept „Stadionverbot“ droht somit endgültig zum repressiven Mittel einer Parallelgerichtsbarkeit zu werden.

An dieser Stelle sehen wir unsere Vereine in der Pflicht, unsachgemäßen und praxisfernen Vorstößen entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört, eine ergebnisoffene Diskussion einzufordern, die nicht abseits der Öffentlichkeit stattfindet und Fanperspektiven einbezieht. Zum Jahresende 2025 haben wir jedenfalls gezeigt, was wir gemeinsam auch in solch aufgeladenen Themen erreichen können.

Die Verbände fordern wir dazu auf, ihre Entscheidungen nicht im Hinterzimmer zu treffen, sondern offen und transparent die Diskussion zu führen.

Fanszenen Deutschlands im Februar 2026